Die Markus Babbel Krankheit wurde Ende 2001 zu einer der schwersten Prüfungen im Leben des früheren Fußballnationalspielers. Auf dem sportlichen Höhepunkt seiner Karriere erkrankte Babbel am seltenen Guillain-Barré-Syndrom. Innerhalb kurzer Zeit litt er unter Taubheitsgefühlen, zunehmender Muskelschwäche und schweren Lähmungserscheinungen.
Zeitweise konnte der damalige Verteidiger des FC Liverpool kaum noch gehen. Auch seine Arme und sein Gesicht waren betroffen. Der Profifußball rückte dadurch vollständig in den Hintergrund. Sein wichtigstes Ziel war nicht mehr das nächste Spiel, sondern wieder selbstständig stehen, gehen und leben zu können.
Welche Krankheit hatte Markus Babbel?
Bei Markus Babbel wurde das Guillain-Barré-Syndrom, kurz GBS, diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine seltene neurologische Erkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen Teile des peripheren Nervensystems richtet.
Betroffen sind also vor allem jene Nerven, die Bewegungen sowie Berührungs-, Schmerz- und Temperaturempfindungen übertragen. Typische erste Anzeichen sind Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in den Beinen. Anschließend können sich die Beschwerden auf Arme, Gesicht und Atemmuskulatur ausbreiten. In schweren Fällen drohen nahezu vollständige Lähmungen und Atemprobleme.
Babbel erhielt die Diagnose nach Angaben eines ausführlichen n-tv-Berichts am 28. November 2001 im Städtischen Krankenhaus München-Harlaching. Sein behandelnder Arzt war der Neurologe Prof. Roman Haberl.
Wie begann die Markus-Babbel-Krankheit?
Die Beschwerden entwickelten sich nicht von einem Moment auf den anderen. Bereits zuvor war Babbel wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers für längere Zeit ausgefallen. Nachdem er sich davon scheinbar erholt hatte, wollte er wieder mit dem Training beginnen.
Dann bemerkte er ein ungewöhnliches taubes Gefühl in seinen Füßen. Gegenüber der damaligen Presse verglich er die Empfindung mit einem Gang „barfuß durch den Schnee“. Danach verschlimmerte sich sein Zustand. Er konnte Treppen nicht mehr bewältigen und bekam seine Beine kaum noch vom Boden hoch.
Zu den frühen beziehungsweise fortschreitenden Symptomen gehörten:
- Taubheitsgefühle in Füßen und Beinen,
- Kribbeln in den Händen,
- ungewöhnlich schnelle Erschöpfung,
- zunehmende Schwäche in Armen und Beinen,
- Schwierigkeiten beim Gehen und Treppensteigen,
- zeitweilige Lähmungserscheinungen im Gesicht.
Seine Frau hatte wegen der Beschwerden zunächst ein Problem mit der Bandscheibe vermutet. Erst eine neurologische Untersuchung führte zur Diagnose des Guillain-Barré-Syndroms.
Wie schwer waren Markus Babbels Lähmungen?
Die Erkrankung traf Babbel schwer. Bei einer Pressekonferenz im Dezember 2001 saß der damals 29-Jährige im Rollstuhl. Zwei Therapeutinnen mussten ihn stützen, als er wenige Stufen hinunterging.
Babbel erklärte, dass Arme und Beine weiterhin von Lähmungen betroffen seien. Seine Beine seien bis zu den Knien taub gewesen, während er in den Händen ein Kribbeln spürte. Drei Treppenstufen bezeichnete er damals als seine körperliche Höchstbelastung. Ohne Unterstützung konnte er noch nicht gehen.
Darüber hinaus hatte die Krankheit vorübergehend seine Gesichtsmuskulatur beeinträchtigt. Zeitweise konnte er seine Augen nicht richtig schließen. Selbst das Lesen erschöpfte ihn stark. Die langsamen Fortschritte empfand er als frustrierend und psychisch belastend, weshalb er sich neben der körperlichen Therapie auch psychologisch behandeln ließ.
Wichtig ist jedoch: Babbel erlitt nach den damaligen Berichten keine Lähmung der Atemmuskulatur. Eine solche Komplikation kann bei schweren GBS-Verläufen auftreten und eine künstliche Beatmung erforderlich machen. Bei ihm blieb die Atmung offenbar erhalten.
Wurde Markus Babbels Krankheit durch Pfeiffersches Drüsenfieber verursacht?
Das Guillain-Barré-Syndrom trat kurz nach Babbels Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber auf. Deshalb lag schon damals die Vermutung nahe, dass zwischen beiden Erkrankungen ein Zusammenhang bestehen könnte.
Ein eindeutiger Ursache-Wirkungs-Nachweis wurde in den damaligen Berichten jedoch nicht erbracht. Der SPIEGEL schrieb ausdrücklich, dass weitere Untersuchungen klären sollten, ob die Nervenentzündung mit der vorausgegangenen Viruserkrankung zusammenhing.
Aus heutiger medizinischer Sicht ist bekannt, dass viele GBS-Fälle nach einer viralen oder bakteriellen Infektion auftreten. Die Weltgesundheitsorganisation nennt dabei unter anderem Influenza, das Epstein-Barr-Virus und andere Infektionen als mögliche vorausgehende Faktoren. Trotzdem lässt sich bei einer einzelnen Person nicht automatisch beweisen, dass eine bestimmte Infektion das Syndrom ausgelöst hat.
Daher sollte man korrekt formulieren: Babbel hatte vor dem Guillain-Barré-Syndrom Pfeiffersches Drüsenfieber. Ein möglicher Zusammenhang wurde untersucht, aber in den hier ausgewerteten Quellen nicht abschließend bewiesen.
Wie wurde Markus Babbel behandelt?
Babbel wurde auf der neurologischen Station des Krankenhauses München-Harlaching behandelt. Zeitgenössische Berichte nennen Infusionen und spezielle Antikörper beziehungsweise eine immunologische Behandlung. Anschließend sollte eine längere Rehabilitationsphase folgen.
Das entspricht grundsätzlich den modernen Behandlungsprinzipien bei einem schweren Guillain-Barré-Syndrom. Nach Angaben der WHO werden Betroffene im Krankenhaus engmaschig überwacht. In der akuten Phase kommen vor allem intravenöse Immunglobuline oder ein Plasmaaustausch infrage. Beide Verfahren sollen die fehlgeleitete Immunreaktion abschwächen.
Danach benötigen viele Erkrankte Physiotherapie und weitere Rehabilitationsmaßnahmen, um Muskelkraft, Koordination und Beweglichkeit zurückzugewinnen. Die Genesung kann langsam verlaufen und Wochen, Monate oder in einzelnen Fällen noch länger dauern.
Bei Babbel bestand die Rehabilitation nicht nur aus körperlichem Training. Da ihn die langsamen Verbesserungen und die Ungewissheit über seine Zukunft stark belasteten, nahm er auch psychologische Hilfe in Anspruch.
Wie lautete die ärztliche Prognose?
Prof. Roman Haberl äußerte sich im Dezember 2001 vorsichtig optimistisch. Nach seiner Einschätzung hatte Babbel ein sogenanntes Plateau erreicht. Damit war gemeint, dass sich die Erkrankung offenbar nicht mehr weiter verschlimmerte und anschließend eine Erholungsphase beginnen konnte.
Der Arzt ging damals davon aus, dass Babbel wieder Fußball spielen könne. Allerdings handelte es sich dabei um eine medizinische Prognose zu einem frühen Zeitpunkt und nicht um eine Garantie. Babbel selbst zeigte sich ebenfalls hoffnungsvoll, räumte jedoch offen ein, dass eine Rückkehr möglicherweise sehr lange dauern oder sogar ausbleiben könnte.
Diese Unsicherheit ist für das Guillain-Barré-Syndrom typisch. Viele Patienten erholen sich vollständig oder weitgehend, bei manchen bleiben jedoch Schwäche, Erschöpfung oder andere neurologische Beschwerden zurück. Die WHO betont deshalb, dass der Verlauf von Person zu Person unterschiedlich sein kann.
Die Krankheit veränderte Babbels Prioritäten
Vor seiner Erkrankung hatte Markus Babbel eine besonders erfolgreiche Zeit beim FC Liverpool erlebt. Im Jahr 2001 gewann er mit dem englischen Klub unter anderem den Ligapokal, den FA Cup und den UEFA-Pokal. Wenige Monate später war plötzlich unklar, ob er jemals wieder Leistungssport betreiben könnte.
Der FC Liverpool sicherte ihm Unterstützung zu und setzte ihn nach eigenen Angaben nicht unter Zeitdruck. Auch frühere Mitspieler wie Mehmet Scholl, Jens Jeremies und Michael Tarnat besuchten ihn im Krankenhaus. Sein Liverpool-Teamkollege Dietmar Hamann hatte ihm zuvor geraten, sich in München behandeln zu lassen.
Für Babbel selbst war die Karriere in dieser Phase jedoch zweitrangig. Sein damaliger Satz „Fußball ist längst nicht mehr das Wichtigste für mich“ fasste seine veränderte Sicht auf das Leben zusammen. Entscheidend war für ihn, wieder gesund zu werden und Zeit mit seiner Familie verbringen zu können.
War Markus Babbel dauerhaft gelähmt?
Nein. Die Berichte aus dem Dezember 2001 beschreiben schwere, aber nicht als dauerhaft bestätigte Lähmungserscheinungen. Bereits während des Krankenhausaufenthalts gab es erste kleine Fortschritte. Babbel konnte mit fremder Hilfe einige Schritte gehen, auch wenn selbst geringe Belastungen noch enorme Kraft erforderten.
Es wäre daher falsch, von einer dauerhaften Querschnittslähmung zu sprechen. Das Guillain-Barré-Syndrom betrifft die peripheren Nerven und ist nicht mit einer Verletzung des Rückenmarks gleichzusetzen. Zeitgenössische Medien benutzten teilweise ungenaue oder sehr dramatische Formulierungen, die medizinisch eingeordnet werden müssen.
Ebenso wenig lässt sich aus einem Artikel über die akute Krankheitsphase automatisch auf Babbels heutigen Gesundheitszustand schließen. Die ausgewerteten Berichte dokumentieren vor allem, wie schwer er im Winter 2001 erkrankt war.
Häufig gestellte Fragen zur Markus-Babbel-Krankheit
Markus Babbel erkrankte 2001 am Guillain-Barré-Syndrom. Dabei greift das Immunsystem Teile des peripheren Nervensystems an.
Ja. Zeitgenössischen Berichten zufolge hatte er Lähmungserscheinungen in beiden Armen und Beinen. Vorübergehend war auch seine Gesichtsmuskulatur betroffen.
Während der schweren Krankheitsphase konnte er nicht selbstständig gehen. Wenige Schritte waren nur mit Unterstützung möglich, und schon das Steigen einiger Treppenstufen erschöpfte ihn vollständig.
Nach den ausgewerteten Berichten nicht. Seine Atemmuskulatur war nicht gelähmt, obwohl diese Komplikation bei schweren GBS-Verläufen grundsätzlich auftreten kann.
Ein Zusammenhang wurde damals vermutet und untersucht, aber nicht eindeutig bewiesen. Deshalb sollte das Pfeiffersche Drüsenfieber nicht als gesicherte Ursache dargestellt werden.
Die damaligen Berichte nennen Infusionen, eine Behandlung mit speziellen Antikörpern, Physiotherapie, Rehabilitation und psychologische Unterstützung.
Fazit zur Markus-Babbel-Krankheit
Die Markus Babbel Krankheit war das Guillain-Barré-Syndrom, eine seltene Autoimmunerkrankung des peripheren Nervensystems. Bei Babbel führte sie Ende 2001 zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln, extremer Erschöpfung sowie Lähmungserscheinungen in Armen, Beinen und zeitweise im Gesicht.
Der ehemalige Nationalspieler war zeitweise auf einen Rollstuhl und fremde Hilfe angewiesen. Seine Atemmuskulatur blieb jedoch nach damaligen Berichten verschont. Er wurde im Krankenhaus München-Harlaching mit Infusionen beziehungsweise einer Immuntherapie behandelt und begann anschließend einen langwierigen Rehabilitationsprozess.
Seine Geschichte zeigt, wie schnell eine seltene neurologische Erkrankung selbst einen körperlich hervorragend trainierten Profisportler aus dem Alltag reißen kann. Gleichzeitig machte Babbel deutlich, dass Gesundheit, Familie und persönliche Stabilität plötzlich wichtiger waren als sportliche Erfolge.

